Programm

Laudate Pueri Dominum (Psalm 112)

Marianna Martines


Zum Fest der heiligen Cäcilia

Fanny Hensel


Magnificat Wq 215

Carl Philipp Emanuel Bach

Im Programm soll Bach als bekannter Name nicht fehlen, vertreten durch einen der Söhne des großen Johann
Sebastian Bachs, aber auch eher unbekannte Komponistinnen wie Fanny Hensel und Marianna Martines
werden ihren Platz erhalten.


Unter anderem mit zwei Komponistinnen liegt der Fokus auf einer auch leider heute noch eher unbekannten
Musik, die zu den Lebzeiten der Komponistinnen wertgeschätzt, aber meist aufgrund der gesellschaftlichen
Umstände nicht publiziert wurde. So ist von Fanny Hensel (1805-1847), der Schwester des bekannten Felix
Mendelssohn Bartholdy, überliefert, dass die von ihr organisierten Konzertabende sehr hohen
gesellschaftlichen Stellenwert hatten und auch viele weitere weibliche Künstlerinnen dabei aufgetreten sind,
ihr selbst aber von Vater, Bruder und Ehemann teils verwehrt wurde, ihre Werke zu verlegen. Von „Zum Fest
der heiligen Cäcilia“ gibt es von Fanny Hensel selbst eine Version für Solisten, Chor und Klavier. Dabei ist zu
vermuten, dass aus praktischen Gründen als Begleitung nur das Klavier gewählt wurde, daher bringt die von
Laurent Jouvet herausgegebenen Begleitung mit Streichorchester die Klangvielfalt dieses Werken noch einmal
deutlicher zum Vorschein. Grundlage der Komposition bildet die im Jahre 856 entstandene Messe für die
heilige Cäcilia, Schutzheilige der Musik laut katholischer Lehre. Das Werk lässt das Feingespür und die
technische Vielfalt der Komponistin sehr deutlich in Erscheinung treten.


Werke von Marianna Martines (1744-1812) wurden schon zu ihren Lebzeiten u.a. im Stephansdom in Wien
aufgeführt, gerieten aber danach in Vergessenheit. Ihre Psalmvertonung des Psalm 112 „Laudate Pueri
Dominum“ nach den Psalmphrasen des Italieners D. Saverio Marrei gehört zu einer Reihe von
Psalmvertonungen aus ihrer Feder.


Die weniger bekannte, aber klanglich sehr reizvolle Magnificat-Vertonung des Bachsohns Carl Philipp
Emanuel soll das Programm des Kantatenprojekt 2026 abschließen.
Es wird vermutet, dass dieser das Werk komponierte, um sich mit diesem klangvollen und groß angelegten
Vokalwerk präsentieren zu können. Unter anderem kommt als möglicher Kompositionsanlass C.P.E. Bachs
Bewerbung um das Thomaskantorat in Leipzig (und damit als Nachfolger für seinen Vater) 1750 und 1755 in
Betracht.


Als Magnificat-Vertonung passt es liturgisch auch, aber keineswegs nur in die Advents- und Weihnachtszeit.
Im Kantatenprojekt 2026 ergänzt es das Programm um ein farben- und abwechslungsreiches Werk, das an
vielen Stellen noch in der klanglichen Tradition seines Vaters Johann Sebastian Bach steht, aber schon einen
klaren eigenen Stil Carl Philipp Emanuels hörbar macht.
Wir bringen damit das Werk eines damals 36-jährigen Komponisten zu Gehör, das es sonst, zu Unrecht, nur
selten zu hören gibt. Es ist ein konfessionsüberschreitendes und ökumenisches Werk, wie auch die anderen in
unserem Programm, was dazu beiträgt, dass möglichst viele Besucherinnen und Besucher sich hinter diesem
Programm versammeln und sich begeistern lassen können.